Samstag, 7. März 2015

Herr Schwerenöter

Sie haben sich Bilder von Kindern angeschaut? Schämen sie sich! Und zwar auch noch auf dem Laptop und nicht dort, wo es anständige Menschen machen! Auf der Straße, in der Schule und im Kindergarten. Da wäre das vielleicht noch okay, wenn sie sich nichts dabei denken würden. Sie haben wohl was zu verbergen. Und sie wissen wohl auch, was wir uns zu jedem dieser Bilder denken können. Nämlich nichts, wenn wir wohl gesonnen sind. Sonst aber denken wir uns was. Und zwar denken wir uns was über sie aus, Herr Schwerenöter. Wir denken, dass ihnen das teuer zu stehen kommen muss. Wir denken, dass wir das Volk sind und wenn das Gericht sie nicht ..., dann sind wir die Petition. Jaja, ich weiß – unanständiges Wort, total zweischneidig und doppeldeutig. Aber es heißt nun mal so. Petition.

Ich habe als Junge lieber mit Petrapuppen gespielt, als mit Barbies, aber das geht sie hier schon mal gar nichts an. Wir waren eben arm zuhause. Na und? Ist man deshalb schon verdächtig? Sie sollen sich nämlich mal was schämen. Mein Bildschirm bleibt sauber. Meine Gesetze mache ich mir selbst und zwar immer strengere und diese Fotos in den alten Pappkartons, die sind von früher. Zumindest die, die ich ihnen nicht zeigen werde.

Wenn sie so gucken, wie sie gucken, wenn sie sich was angucken, dann wundern sie sich mal nicht. Dann werden wir schnell mal zum Till Schweiger, zum Volksschauspieler, zum Verräter von einem wie sie einer sind. Wie sie schon aussehen, wenn sie sich was dabei denken. Sie freuen sich bestimmt schon, wenn es Läuse in der Kita gibt. Dann laufen nämlich mehr davon auf der Straße rum. Und glauben sie gar nicht, dass ich glaube, was in der Lügenpresse über sie geschrieben steht.

Übrigens, ich nehme ihre Spende gerne an. Schließlich bin ich ja kein Lobbyist vom Kinderschutzbund. Ich bin Privatmann, also Privatfrau wenn sie so wollen und daher von Haus aus (denn auch ich könnte theoretisch Kinder haben oder wenigstens welche kennen) betroffen und in einem gesunden Sinne vollkommen entsetzt.

Sogar über mich selbst.

7. März 2015





Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen